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Tschetschenien
Von deutscher Qualität überzeugt
Die tschetschenische Regierung entsendet jährlich 50 Studierende mit einem Stipendium an eine deutsche Hochschule. Die ersten Studierenden beginnen im Januar 2009 mit einem Intensivsprachkurs – ab Oktober 2009 beginnt das Studium.
DAAD-Präsident Stefan Hormuth und Tschetscheniens Bildungsminister Ansor Muzaev (rechts) unterzeichnen das Stipendienabkommen
DAAD-Präsident Stefan Hormuth und Tschetscheniens Bildungsminister Ansor Muzaev (rechts) unterzeichnen das Stipendienabkommen
© DAAD
Die Qualität der Hochschulausbildung, besser gesagt der gesamten Bildungskette von der Grundschule bis zur Promotion, hat oberste Priorität für Ansor Muzaev, dem Bildungsminister der Republik Tschetschenien. „Während der Kriegsjahre sind viele Professoren aus Tschetschenien abgewandert. Diese Lücke wollen wir nun füllen und den akademischen Nachwuchs unter anderem in Deutschland ausbilden“, sagt Ansor Muzaev. Er selbst ist Pädagogikprofessor für Technik und leitete, bevor er in diesem Jahr den Posten des Bildungsministers übernahm, die Staatliche Universität Groznyj.

Ein mit dem DAAD verabredetes Regierungsstipendienprogramm sieht vor, jährlich bis zu 50 junge Tschetschenen nach Deutschland zu entsenden, die hier studieren, ihren Bachelor oder Master abschließen und – wenn möglich – später auch promovieren. Zu den Schwerpunkten zählen die Fachrichtungen Mathematik und Naturwissenschaften, Informationstechnologie, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Medizin.

Universitäten stehen wieder - Lehrkräfte fehlen noch
„Zurzeit kann an unseren Universitäten nur in Philologie und in Geschichte promoviert werden. Für die anderen Fächer müssen die Studierenden ins Ausland. Dies möchte ich künftig ändern“, sagt Ansor Muzaev. Dazu sind gut ausgebildete Hochschullehrer nötig und deshalb vergibt die tschetschenische Regierung Stipendien für das Auslandsstudium in Deutschland und in gleicher Größenordnung in Großbritannien.

Drei Hochschulen hat das kleine Land im Kaukasus, alle in der Hauptstadt Groznyj. Die größte mit 15.000 Studierenden ist die Staatliche Universität, die Technische Hochschule für Erdölförderung hat 7.000 die Pädagogische Hochschule für die Lehrerausbildung 3.000 Studierende. Während der beiden Kriege 1994/95 und 1999 wurde Groznyj schwer zerstört – auch die Universitäten. Nach Auskunft des Bildungsministers sind die Gebäude wieder hergestellt und die Ausstattung ist erneuert. Aber es mangelt nach wie vor an Lehrkräften. „Eine gewaltige Zahl ziviler Flüchtlinge ist in die Nachbarrepubliken Inguschetien, Dagestan und andere Länder ausgewandert und nicht zurückgekehrt. Das macht sich an allen Stellen bemerkbar“, sagt Gregor Berghorn, der im DAAD die Gruppe Mittel- und Osteuropa leitet und das Stipendienprogramm mitvereinbart hat. Noch kurz vor Weihnachten reiste er nach Groznyj, um die ausgewählten Stipendiaten zu begrüßen und sie, wie auch deren Eltern, über den Studienalltag und das Studium in Deutschland zu unterrichten. Immerhin waren fast alle der jungen Tschetschenen vorher noch nie im Ausland.

Autorin: Katja Spross
Veröffentlichungsdatum: 23.12.2008
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