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Weihnachtsbräuche in... |
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Australien: Entspannt am Strand |
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Auf der Südhalbkugel der Erde ist jetzt Sommer, die Tage sind deutlich länger als die Nächte und es gibt eher Staub als Schnee. Barbecue und Picknick sind die Favoriten zur Weihnachtszeit.
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Bunte Blumen konkurrieren mit der Frabenpracht der Weihnachtskugeln
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| © DAAD/Andreas Jäger |
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Ich persönlich liebe die Weihnachtsfichte, dezent geschmückt, mit echten Kerzen und vielen Geschenken unter den untersten üppigen Ästen. Ich bin aber auch einigermaßen flexibel was Weihnachtsbräuche angeht, hatte ich doch als Kind in Südafrika meine Geschenke unter dürren Kiefern hervorziehen dürfen, beziehungsweise hat sich das Fest sowieso am Strand unter Palmen abgespielt. Meinen ersten richtigen Weihnachtskulturschock allerdings hatte ich in Italien, wo mich auch in kleinsten abgelegenen Berg- und Inseldörfern am besinnlichen Abend bunte Christbäume mit diskohaft abwechselnd aufleuchtenden Farbbirnen massiv daran erinnerten, dass unsere besinnliche Art, Weihnachten in Deutschland zu begehen, nicht überall in der Welt vorausgesetzt werden kann, also nicht per se die Weihnachtstradition an sich widerspiegelt.
Ich war also darauf gefasst, in Australien im Hochsommer mit den längsten Tagen des Jahres nicht das traute Lichterfest vorzufinden. Die Vorbereitungen für das öffentliche Weihnachten fangen früh an. Bereits Anfang November stehen die ersten bunt geschmückten Christbäume in den Shopping Malls und auf öffentlichen Plätzen. Gleichzeitig werden bunte und grüne Rabatten um viele Bäume drapiert. In meinem ersten Jahr als DAAD-Lektor in Australien, das sehr trocken war, haben mich besonders die üppigen grünen Rabatte angesprochen. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Grün als unsere Petersilie, die ich in Deutschland noch nicht in dieser Funktion gesehen hatte.
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Ohne Weihnachtskarte geht nichts
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Kurz vor Weihnachten quillt auch eine Flut von Weihnachtskarten aus jedem Briefkasten und über jeden Schreibtisch. Es ist geradezu eine Manie, eine gekaufte Karte mit ein paar netten Worten an beinahe jeden auch nur entfernt Bekannten zu schicken. Selbst Schüler in Grundschulklassen überraschen ihre Mitschüler mit diesen Karten, wobei für deren Interesse oft durch bunte Zuckerstangen und Ähnliches gesorgt wird. Man muss natürlich bedenken, dass der Abschied vor Weihnachten für die langen Sommerferien gilt und dass sich Schüler eventuell im nächsten Schuljahr, das Ende Januar beginnt, nicht mehr sehen.
Die Geschenke fallen in der Nacht zum 25. Dezember meist durch den Kamin, zumindest in den Weihnachtsgeschichten, beziehungsweise hängen in Säckchen oder Kopfkissenbezügen am Bett. Santa (Santa Claus oder Father Christmas), von Rudolph kutschiert, vollbringt noch immer dieses Werk. Allerdings kann man die beiden schon vor Weihnachten massenhaft in Form von schwitzenden Australiern unter roten Mützen oder aufgesteckten Geweihen und in roten Mänteln in Pubs und bei Betriebsfeiern sehen. Zur vorweihnachtlichen Ergriffenheit trägt das Singen von "Christmas Carols" in öffentlichen Parks und Stadien umrahmt von Kerzenschein bei.
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Rudy und seine fleißigen Helfer
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| © DAAD/Andreas Jäger |
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Picknick im Park mit Kirschen und Mangos
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Die beiden Weihnachtstage verbringen Australier mit Picknick in Parks oder am Strand. Zum Weihnachtspicknick gehören unbedingt frische Kirschen und Mangos. Für beide Früchte, die einen im Süden, die anderen im Norden Australiens angebaut, ist es die allerbeste Zeit. Daneben gehört die genannte Verkleidung, zumindest die rote Mütze, und viel eiskaltes Bier dazu.
Bei der Frage des Weihnachtsmahls gibt es gewisse Zweifel, ob die englisch-europäische Tradition an den längsten Tagen im Süd-Hochsommer angebracht ist. Gerade das üppige warme Essen mit Fleisch, gebackenem Gemüse und vor allem dem "Christmas Plum Pudding" wird eher von älteren und traditionellen Australiern mit britischem Hintergrund zelebriert. Die Jüngeren hängen dem Outdoor-Picknick lieber ein Barbecue an, mit Barramundi und Tintenfisch. Oder bleiben gleich bei Seafood und Salaten.
Und dann gehört natürlich Sport dazu, wovon die meisten Australier besessen sind. Angesichts der weihnachtlich gefüllten Bäuche wird aber eher auf eigenen Sport verzichtet und die bequeme Variante gewählt: Zuschauen im Fernsehen. Am Boxing Day (26. Dezember) zählen das Melbourne Cricket-Turnier zwischen der australischen Nationalmannschaft und einem Gastteam oder das berühmte Yachtrennen von Sydney nach Hobart in Tasmanien zu den Favoriten.
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Vorweihnachtliche Ergriffenheit: Gemeinsames Singen der Weihnachtslieder
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| © DAAD/Andreas Jäger |
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Zum Mitsingen - die australische Version von Jingle Bells:
Dashing through the bush, in a rusty Holden Ute, Kicking up the dust, esky in the boot, Kelpie by my side, singing Christmas songs, It's Summer time and I am in my singlet, shorts and thongs * Oh! Jingle bells, jingle bells, jingle all the way, Christmas in Australia on a scorching summers day, hey! Jingle bells, jingle bells, Christmas time is beaut!, Oh what fun it is to ride in a rusty Holden Ute. * Engine's getting hot; we dodge the kangaroos, The swaggie climbs aboard, he is welcome too. All the family's there, sitting by the pool, Christmas Day the Aussie way, by the barbecue. * Oh! Jingle bells, jingle bells, jingle all the way, Christmas in Australia on a scorching summers day, Hey! Jingle bells, jingle bells, Christmas time is beaut!, Oh what fun it is to ride in a rusty Holden Ute. * Come the afternoon, Grandpa has a doze, The kids and Uncle Bruce, are swimming in their clothes. The time comes 'round to go, we take the family snap, Pack the car and all shoot through, before the washing up. * Oh! Jingle bells, jingle bells, jingle all the way, Christmas in Australia on a scorching summers day, hey! Jingle bells, jingle bells, Christmas time is beaut!, Oh what fun it is to ride in a rusty Holden Ute.
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Autor: Andreas Jäger, DAAD-Informationszentrum Sydney |
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Veröffentlichungsdatum: 23.12.2008 |
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