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Weihnachtsbräuche in... |
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Malaysia: friedliches Zusammenleben der Kulturen |
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Im multiethnischen Land am Äquator berühren sich zu Weihnachten Kulturen, die sonst in Parallelwelten nebeneinander existieren.
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„Hari Raya“, „Deepavali“, „Chinesisches Neujahr“, so heißen die großen Feste in Malaysia, einem multiethnischen Land am Äquator, in dem 85 Prozent der Bevölkerung Muslime, Buddhisten oder Hindus, aber gerade einmal sieben Prozent Christen sind. Weihnachten ist also unbekannt? Keineswegs: In Malaysia wird keine Gelegenheit zum Feiern ausgelassen.
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Riesiger Plastiktannenbaum: Kein Wunsch bleibt hier unerfüllt
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| © DAAD/Harald Olk |
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Überall ''weiße Weihnacht'' - Kunstschnee macht's möglich
Mag das Thermometer auch selten unter 26 Grad fallen: „Weiße Weihnacht“ wohin man blickt im tropischen Malaysia. Kaum ein Restaurant, Kaufhaus oder Hotel, in dem nicht Sprühschnee aus der Dose die Fenster ziert, Eiskristalle aus Papier von der Decke baumeln und Weihnachtsmannfiguren samt Rentieren weihnachtliche Stimmung verbreiten. Kein Mangel auch an roten Socken, Christmas-Pop und fröhlich blinkenden Plastiktannenbäumen in den Lobbies der Bürotürme und Einkaufszentren, die mit „X-mas Mega Sales“ locken. Und wer gern einen echten Weihnachtsbaum sein Eigen nennen möchte, der wird bei IKEA in zwei Größen fündig (150 und 200 cm!). Der Baum sollte dann allerdings durchgängig gekühlt werden, um nicht bereits nach einer Woche um die 30 Grad wie nach einem Zimmerbrand auszusehen.
Aktiv bringt sich auch die deutschsprachige Gemeinde in der Hauptstadt Kuala Lumpur ein: Alljährlich wird ein großer weihnachtlicher Wohlfahrtsbasar gemeinsam von Deutschen, Österreichern und Schweizern veranstaltet. Selbstgebastelter Schmuck, Stollen und Plätzchen aus heimischer Produktion, dazu ein Chor der deutschen Schule mit Adventsgesängen – kein Vorweihnachtswunsch bleibt hier unerfüllt. Und sollte doch jemand industrielle Produktion vorziehen, so halten alle größeren Supermärkte Weihnachtsgebäck und Lebkuchen deutscher Markenhersteller parat.
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Weihnachten wie überall also? Vieles wirkt so: Christen (sowie andere Nichtmuslime) besuchen traditionell am 24. Dezember eine Mitternachtsmette, wo Weihnachtshymnen geschmettert und Krippenspiele aufgeführt werden. Man tauscht Geschenke aus und im Familienkreis werden westliche ebenso wie asiatische Köstlichkeiten genossen. Der 25. Dezember wird von vielen wie typisch malaysische Festlichkeiten nach dem Konzept des „rumah terbuka“ oder „open house“ begangen: Das Haus steht allen Verwandten, Freunden und Bekannten offen, oft ohne feste Verabredung besucht man sich gegenseitig, isst und schwatzt.
Ist also gar nichts anders in Malaysia, vom Wetter einmal abgesehen? Auch wenn in Malaysia Religionen mit erstaunlicher Liberalität frei praktiziert werden dürfen, so bleibt doch der Islam die Staatsreligion. Auf die ein oder andere Empfindlichkeit nimmt die Öffentlichkeit bisweilen Rücksicht. So gab es vor einigen Jahren Diskussionen, ob man bei offiziellen Weihnachtsfeierlichkeiten, an denen auch der malaysische König und der Premierminister teilnahmen, nicht auf Bibelzitate, Krippendarstellungen und Lieder, die Christi Geburt preisen, verzichten sollte. Erfreulicherweise wurde Weihnachten dann aber nicht weiter säkularisiert (als dies in den malaysischen Konsumtempeln ohnehin geschieht) und die mit staatlicher Unterstützung organisierte Weihnachtsparty war ein großer Erfolg.
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Musliminnen kaufen bei Sexy Santa Gebäck
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| © DAAD/Harald Olk |
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So gibt Weihnachten in Malaysia einen Anlass, dass sich Kulturen, die sonst in Parallelwelten nebeneinander existieren, zumindest oberflächlich berühren. Ich konnte beobachten, wie voll-verschleierte Musliminnen bei einem „Sexy Santa“ im Lebkuchenhaus Weihnachtsgebäck kauften. Ein wenig bizarr mutete das an und doch war es ein Bild, das viel von der weihnachtlichen Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben der Kulturen in sich trägt.
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Autor: Harald Olk, DAAD-Informationszentrum Kuala Lumpur |
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Veröffentlichungsdatum: 19.12.2008 |
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