 |
Studienreise Israel-Deutschland |
 |
 |
 |
 |
 |
Warmherzige Begegnung |
 |
 |
15 Studierende aus Deutschland und 15 aus Israel besuchten in diesem November das jeweils andere Land. Anlass: Das ''Deutsch-Israelische Jahr der Wissenschaft 2008''.
|
 |
 |
 |
|
„Vor der Reise habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man auf uns als Deutsche in Israel reagieren würde. Die Warmherzigkeit, mit der wir dann aufgenommen wurden, hat mich überrascht“, sagt der Augsburger Soziologiestudent Thorsten Schmidt. Der persönliche Kontakt unter den Studierenden aus beiden Ländern, der von Beginn an nicht besser hätte sein können, wie Schmidt versichert, war eines der Ziele des Projekts, mit dem sich der DAAD am „Deutsch-Israelischen Jahr der Wissenschaft und Technologie 2008“ beteiligte.
|
 |

|
 |
|
Deutsche Studierende in Israel: Der Kontakt zu israelischen Kommilitonen hätte nicht besser sein können
|
| © DAAD |
 |
|
|
Orte gemeinsamer Geschichte
|
|
Das Themenjahr wurde von den Wissenschaftsministerien beider Länder initiiert, um die 50-jährige wissenschaftliche Kooperation zu vertiefen. Neben zahlreichen Veranstaltungen auf der Ebene von Forschung, Technologie und Wirtschaft setzte die Studienreise einen besonderen Akzent. Die Studierenden, die von den Universitäten Augsburg, Erlangen-Nürnberg und Haifa kamen und verschiedenste Fachrichtungen vertraten, besuchten unter dem Leitthema „Israel in Deutschland – Deutschland in Israel: 60 Jahre gemeinsame Geschichte“ zahlreiche geschichtsträchtige Orte sowie Projekte beider Länder.
|
|
Dazu gehörten etwa das deutsch-israelische Sozialprojekt Kfar Tikva, in dem Behinderte nach dem Vorbild einer Kibbuz-Gemeinschaft zusammenleben, das Holocaust-Mahnmal in Berlin sowie die Synagoge und jüdische Gemeinde in Augsburg. Gespräche mit Politikern, Medienvertretern und Professoren, vor allem aber der Studierenden untereinander verhalfen den Teilnehmern dazu, beide Länder aus einer nicht-touristischen Perspektive zu erleben.
|
 |

|
 |
|
Israelische Studierende in Deutschland: Vorbehalten im persönlichen Gespräch mit Deutschen abgebaut
|
| © DAAD |
 |
|
|
„Der Austausch zwischen den Studierenden“, so beobachtete Dr. Günter Beck, DAAD-Lektor in Haifa und Organisator der Reise, „reichte von ganz alltäglichen Dingen des Lebens und der Studiensituation in beiden Ländern bis zu den schwierigen Gesprächen über Frieden und Krieg und die leidvolle Geschichte des jüdischen Volkes durch deutsche Hand.“ Beck fügt hinzu: „Dieser Diskurs wird weitergehen.“
Vorbehalte und Klischees abzubauen, gelingt nur im persönlichen Gespräch, meint Oz Fridman, Geschichtsstudent aus Haifa. „Das kann bei einem Projekt wie diesem viel besser gelingen als bei den offiziell organisierten Reisen für israelische Schüler nach Deutschland und Polen. Dort besuchen sie die ehemaligen Konzentrationslager und können danach auf der Landkarte kaum zeigen, wo die liegen. Kontakte zu Deutschen bekommen sie so nicht.“
|
|
Für deutsch-israelische Kontakte tut Inbal Budowski, Informatikstudentin aus Haifa, bereits einiges. Seit zwei Jahren organisiert sie einen „Stammtisch“ in Haifa, bei dem sie einmal monatlich etwa 30 junge Deutsche und Israelis zu Gesprächen zusammenbringt. Die deutschen Studienreisenden staunten nicht schlecht, als sie zum „Stammtisch“ eingeladen wurden, und waren innerlich noch mehr bewegt, als sie Inbal Budowskis Familiengeschichte erfuhren. Ihr Großvater war als 13-Jähriger mit einem Kindertransport von Berlin nach Haifa gekommen, die Eltern und eine kleine Schwester wurden in Auschwitz ermordet. Berlin konnte er nie vergessen. So kannte Enkelin Inbal schon früh Wörter wie „Sauerkraut“ und „Kartoffelsalat“ und lernte dem Großvater zuliebe Deutsch. Die 27-Jährige, die nicht zum ersten Mal nach Deutschland kam, nutzte bei der Studienreise vor allem die Chance akademische Kontakte zu knüpfen.
|
|
Projektarbeit in Aussicht
|
|
Das war auch für Thorsten Schmidt ein Motiv für die Teilnahme. Der 32-Jährige wollte Klarheit gewinnen über sein Promotionsthema auf dem Gebiet der Konfliktsoziologie. „In Israels Geschichte gibt es viele unterschiedliche Konflikte bis hin zum Identitätskonflikt“, sagt der Augsburger. Eine systematische Aufarbeitung kann er sich vor Ort gut vorstellen und hat an der Uni Haifa erste Verbindungen geknüpft.
Mehr Kooperation und Projektarbeit zwischen den beiden Universitäten wünscht sich auch Michael Sauter. Der Dozent am Elitestudiengang „Ethik der Textkulturen“ an den Universitäten Augsburg und Erlangen-Nürnberg, der die Studienreise in Deutschland koordinierte, sieht gute Chancen dafür. „Ein erstes Projekt ist die Publikation zu unserer Reise. Sie wird in länderübergreifender Gruppenarbeit entstehen und trägt damit zur Nachhaltigkeit der Studienreise bei.“
|
|
 |
 |
 |
Autorin: Leonie Loreck |
 |
 |
Veröffentlichungsdatum: 09.12.2008 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
© DAAD |
|
 |
|
|