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Jahrestagung Auslandsämter |
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Internationale Sprechstunde |
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Über 200 Fachleute diskutierten in Bonn die Ausrichtung deutscher Hochschulen bei der Internationalisierung. Sie zeigten sich offen für Qualitätsstandards und innovative Konzepte bei der Betreuung von Gaststudierenden.
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Setzen auf Qualität der Internationalisierung: Stefan Hormuth, Martin Kobler, Peter Greisler, Christian Bode (v.l.)
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| © David Ausserhofer |
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„Die Welt orientiert sich heute nicht mehr allein an Europa und den USA“, sagt Martin Kobler, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes. Um gegen die neuen Spieler im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müsse die Sichtbarkeit der deutschen Wissenschaft im Ausland erheblich verbessert werden. Dem stimmt Peter Greisler, Leiter der Unterabteilung Hochschulen im Bundesministerium für Bildung und Forschung, zu: „Die Hochschulen müssen sich öffnen, mehr integrative Studiengänge entwickeln, ihr Marketing ausweiten und die Qualität in allen Bereichen verbessern.“
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Austausch in den Pausen
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| © David Ausserhofer |
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Wettbewerb um Nachwuchs nimmt zu
Kobler und Greisler sprachen vor über 200 Vertreterinnen und Vertretern der Akademischen Auslandsämter sowie Auslandsbeauftragen der deutschen Hochschulen, die sich vom 12. bis 14. November zu ihrer Jahrestagung in Bonn trafen. Die Fachleute tauschten sich in mehr als zwanzig Arbeitsgruppen und Infoveranstaltungen über den Stand und die künftige Ausrichtung der Internationalisierung an deutschen Hochschulen aus. Die stehen vor immensen Herausforderungen: Viele europäische Hochschulen haben sich längst positioniert, um die besten Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen. Deutschlands Wissenschaftslandschaft bekommt den Wettbewerbsdruck immer deutlicher zu spüren.
Kann man Internationalität überhaupt messen? Friedhelm Maiworm von der Gesellschaft für Empirische Studien (GES) in Kassel stellte ein unter anderem vom DAAD initiiertes Profildatenprojekt vor: Ausgehend von einer Online-Umfrage an Akademischen Auslandsämtern und einem Abgleich mit vorhandenen Daten erstellte die GES eine Benchmarking-Statistik, die den Hochschulen online zur Verfügung stehen wird. Sie können dort ihren Rang der Internationalisierung ablesen: bei der Zahl der ausländischen Studierenden und Wissenschaftler, der Deutschen im Ausland, der internationalen Studiengänge und vieles mehr. „Wir wollen den Hochschulen etwas an die Hand geben, damit sie sich in einzelnen Punkten vergleichen und ihre Strategie danach ausrichten können,“ sagt DAAD-Generalsekretär Christian Bode.
Viele Tagungsteilnehmer befürworteten die Einführung von Qualitätsstandards bei der Betreuung ausländischer Studierender. Die beteiligten Hochschulen legen darin fest, welche Informationen sie ausländischen Bewerbern vorab zur Verfügung stellen. Begriffe wie „Institut“ oder „Programm“ sind klar definiert, damit die Studierenden die Angebote der Hochschulen besser verstehen und vergleichen können. Auch der Bewerbungsprozess oder das Vorgehen bei Beschwerden wären dann standardisiert. Solche Standards gibt es bereits in den Niederlanden. Die Studierenden haben es dort leichter, eine zu ihnen passende Hochschule zu finden. Auf der Tagung wurden mögliche Themenfelder für deutsche Standards diskutiert. GATE-Germany informiert ab Dezember auf einer Webseite über den aktuellen Stand der Diskussion und publiziert dort auch Konzepte aus anderen Ländern.
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Internet bereitet aufs Auslandsstudium vor
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Viele Hochschulen nutzen das Internet, um ausländische Studierende auf ein Studium hierzulande vorzubereiten. Etwa „Deutsch-Uni Online“ (DUO) an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Online-Deutschkurse als Selbstlernkurse oder mit tutorieller Betreuung anbietet. Andere Universitäten können Module der Kurse übernehmen. Oder „Open DC“ an der FU Berlin: Die Plattform bietet chronologische Checklisten, die durch alle wichtigen Vorbereitungsschritte führen, interaktive Deutsch-Lektionen und Erfahrungsberichte. Die Universitäten Potsdam und Jena haben Open DC schon adaptiert, ab Dezember ist auch die Uni Bremen mit dabei.
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Gut besucht: Zur Jahrestagung trafen sich über 200 Vertreter der Akademischen Auslandsämter sowie Auslandsbeauftrage deutscher Hochschulen
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| © David Ausserhofer |
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Besondere Aufmerksamkeit erregte die kreative Blogplattform der Universität Osnabrück. Dort berichten Osnabrücker Studierende täglich aus ihrem Auslandsstudienort, während Gaststudierende ihre Erfahrungen in Osnabrück via MP3-Podcast „Internationale Sprechstunde“ mitteilen. Ying Zou aus China etwa beschreibt die Stadt in drei Wörtern: „klein, schön und sauber.“ Die deutschen Hochschulen, das machte die Tagung deutlich, öffnen sich nicht nur für innovative Ideen aus dem Ausland, sie entwickeln selbst welche.
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Vorhang auf für gelungene Begegnungen
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Preis für exzellente Betreuung verliehen
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„International Generations Meeting“ der TU Darmstadt
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| © David Ausserhofer |
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Den Preis des Auswärtigen Amtes für exzellente Betreuung ausländischer Studierender erhielten in diesem Jahr die Universität Heidelberg mit IDeFix sowie die TU Darmstadt mit „International Generations Meeting“. Martin Kobler, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes, verlieh die Auszeichnung auf der Jahrestagung der Leiter Akademischer Auslandsämter in Bonn. In dem Theaterprojekt IDeFix üben sieben Regisseure mit 25 ausländischen und deutschen Studierenden in kleinen Gruppen kurze Stücke ein. Höhepunkt ist ein öffentlicher Theaterabend. 2008 stand er unter dem Motto „Neues aus der Wunder-Bar“ mit Stücken nach Autoren wie Monty Python oder Loriot. IDeFix fördert im wahrsten Sinnes des Wortes spielerisch die interkulturelle Kommunikation und das sprachliche Selbstbewusstsein der ausländischen Studierenden. Ihnen fällt es leichter, sich zu integrieren und sie lernen, im Alltag und im Studium sicherer in der Fremdsprache aufzutreten. „International Generations Meeting“ ist eine private Initiative, die von der TU Darmstadt unterstützt wird. Sie organisiert Begegnungen zwischen älteren Bürgerinnen und Bürgern und ausländischen Studierenden: Abende mit internationaler Küche, Ausflüge, Skat-Spiele, deutsche traditionelle Feste, Gespräche mit Zeitzeugen oder Hilfe bei der Durchsicht der Diplomarbeiten sowie Sprachtraining. So entstehen häufig generationenübergreifende Freundschaften, die dem akademischen Leben ein familiäres Ambiente hinzufügen und den Studierenden helfen, sich in Darmstadt wohl zu fühlen.
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Autor: Boris Hänßler |
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Veröffentlichungsdatum: 19.11.2008 |
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© DAAD |
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