„Italiener sind den Deutschen zwar sympathisch”, sagt der Turiner Politikwissenschaftler Gian Enrico Rusconi. „Aber sobald die Sprache auf italienische Politik kommt, sagen Deutsche zu uns: Lass mal gut sein. Sprechen wir lieber über Wein und gutes Essen.“ In seinem Buch „Schleichende Entfremdung?“ vertritt Rusconi die These, dass sich Deutsche und Italiener infolge der deutschen Vereinigung und der globalen Umbrüche voneinander entfernt haben.
Die Deutsch-Italienischen Hochschultage, die das Deutsch-Italienische Hochschulzentrum (DIH) und die Universität Bonn mit Unterstützung des DAAD und anderen Partnern in Bonn organisierten, hatten diesen Thesen einiges entgegen zu setzen. Zumindest auf akademischer Ebene kann von einer Entfremdung zwischen beiden Ländern keine Rede sein. Die Hochschultage zeigten die vielseitigen Fördermöglichkeiten für Studierende, Graduierte, Doktoranden und Wissenschaftler: Das Vigoni-Programm des DAAD etwa unterstützt Kooperationen zwischen italienischen und deutschen Forschergruppen, die gemeinsam an einem spezifischen wissenschaftlichen Projekt arbeiten. Das deutsch-italienische Promotionsverfahren Cotutelle de thèse wurde ebenso vorgestellt wie Stipendien des DAAD und das europäische ERASMUS-Programm, das Praktika und Studienaufenthalte fördert.






