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Ostafrikanische Gemeinschaft
Qualität der Lehre
Der Inter-University Council for East Africa und der DAAD erweitern ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung bis 2010. Das vereinbarten beide Seiten Mitte Oktober. Neben Kenia, Tansania und Uganda sind jetzt auch Ruanda und Burundi dabei.
Weitere Evaluationen in den 65 Universitäten des Inter-University Council for East Africa (IUCEA) und die Fortbildung von Qualitätsprüfern – dies sieht die Vereinbarung zwischen DAAD und IUCEA vor. Ferner sind Trainingskurse und Workshops in der Region geplant und eine Studienreise von Hochschulleitern nach Europa. Zudem sollen fachspezifische Standards vor allem für die Humanmedizin und die Betriebswirtschaftslehre (Business Administration) gemeinsam mit Studierenden, Berufsverbänden und Kammern erarbeitet werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit besiegelt: IUCEA-Generalsekretär Chacha Nyaigotti-Chacha (li.) und  Helmut Blumbach, Leiter der Programmabteilung Süd im DAAD
Erfolgreiche Zusammenarbeit besiegelt: IUCEA-Generalsekretär Chacha Nyaigotti-Chacha (li.) und Helmut Blumbach, Leiter der Programmabteilung Süd im DAAD
© DAAD / Jordan
Ein Handbuch für die Evaluationspraxis unter dem Titel „A Road Map to Quality“ fasst Empfehlungen zur Qualitätssicherung in der Lehre zusammen und wird im Dezember dieses Jahres nach einer einjährigen Testphase veröffentlicht. „Damit kann jede Universität an jedem Ort mit einer ersten standardisierten Selbstevaluation beginnen“, erklärt IUCEA-Generalsekretär Chacha Nyaigotti-Chacha. Der von ihm geleitete IUCEA ist ein offizielles Organ der Ostafrikanischen Gemeinschaft, dem neben Hochschulen auch Wissenschaftsministerien, Unternehmen und internationale Geber angehören. Die Wirtschafts- und Staatenunion besteht aus fünf Ländern: Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi.

Seit 2006 unterstützt der DAAD gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz den Aufbau eines regionalen Qualitätssicherungssystems im Rahmen seines Programms „Dialogue on Innovative Higher Education Strategies“ (DIES). Die Initiative baut auf vergleichbaren Erfahrungen in Zentralamerika auf und bringt Hochschulmanager zum Erfahrungs- und Ideenaustausch zusammen. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert die internationale Kooperation.


"Vom gemeinsamen europäischen Hochschulraum lernen." IUCEA-Generalsekretär Chacha
© DAAD / Jordan
Vom europäischen Hochschulraum lernen
„Wir können von den Qualitätsfragen und nationalen Schwierigkeiten auf dem Weg in den gemeinsamen europäischen Hochschulraum nur lernen“, betont Chacha. Das sagt er unter anderem im Hinblick auf Ruanda und Burundi, die seit 2007 der Ostafrikanischen Gemeinschaft angehören. Ihr Bildungswesen folgt dem französischem Muster. In Kenia, Tansania und Uganda gilt das britische Modell.

Chacha weist auf die nötige Abstimmung zwischen hochschulinternen, staatlichen und überstaatlichen Qualitätskriterien hin. Um zum Erfolg zu kommen, befürwortet der erfahrene Hochschulmanager grundsätzlich einen bottom-up-Prozess, der von vor Ort gewachsenen Verfahren („homegrown methods“) ausgeht. „Eine Hochschule, die eine Selbstevaluation durchmacht und sich danach besser aufstellt, ist auch aufgeschlossen für die Begutachtung durch auswärtige Peers“, so Chacha.

Akademischer Verbraucherschutz
Qualitätstests im Bildungssektor werden aus Sicht des IUCEA-Generalsekretärs immer wichtiger. Die Zahl der Schulabsolventen mit Studienabsichten wächst in Ostafrika, damit aber zugleich die Zahl zweifelhafter privater Bildungsanbieter. Qualitätskontrolle dient somit auch dem Verbraucherschutz. Zudem, so Chacha, erfordere der grenzüberschreitende Arbeitmarkt in der Ostafrikanischen Gemeinschaft übergreifende Vergleichsmaßstäbe für die Hochschulabschlüsse in der Region. „Holen Sie auch Studierende und außeruniversitäre Partner ins Boot, vor allem aus Alumninetzwerken, den Berufsverbänden und der Arbeitswelt“, rät DAAD-Experte Christoph Hansert den Hochschulen.

Nicht immer hält die Reform der jeweiligen Lehrpläne Schritt mit dem raschen Wandel in der Berufswelt. Deshalb versteht Generalsekretär Chacha den IUCEA und seine professionellen nationalen wie internationalen Berater als Katalysatoren, um die Qualitätsentwicklung möglichst zügig und wirksam voranzubringen. „Wir dürfen im internationalen Wettbewerb nicht zurückfallen“, betont Chacha. „Unsere besten Studierenden sind mobil. Sie sind schnell weg, wenn sie irgendwo interessantere Ausbildungsplätze entdecken.“ Zwingend notwendig ist das allerdings nicht, wie Chachas eigene Biografie zeigt: „In den frühen 1970er Jahren lernte ich als Linguistik-Student an der Universität Nairobi bei zwei DAAD-Dozenten. Das war der Anfang meiner Karriere, die mich über Yale wieder zurück nach Afrika führte.“

Autor: Hermann Horstkotte
Veröffentlichungsdatum: 27.10.2008
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