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Fachzentrum |
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Eine Lücke schließen |
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Am tansanisch-deutschen Fachzentrum für Rechtswissenschaft bilden sich Juristen für Führungspositionen weiter. Es wird von den Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth betrieben und startet am 10. Oktober. Der DAAD unterstützt das Zentrum im Rahmen der ''Aktion Afrika'' des Auswärtigen Amts.
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Auf gute Zusammenarbeit: Große Freude bei der Eröffnungsfeier des juristischen Fachzentrums
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Tansania gehört zur Gruppe der „common-law“ Länder, die eine vom englischen Fallrecht geprägte Rechtstradition besitzen. Die tansanische Rechtsprechung beruht also vor allem auf Präzedenzfällen – ein umfassendes Gesetzeswerk wie unser Bürgerliches Gesetzbuch oder den Code Civil in Frankreich gibt es nicht. „Ein anderer gravierender Unterschied ist die starke Berücksichtigung von Gewohnheitsrechten etwa im Familien-, Erb- oder Bodenrecht“, erklärt Ulrike Wanitzek, Juraprofessorin an der Universität Bayreuth und Projektleiterin des tansanisch-deutschen Fachzentrums für Rechtswissenschaft. Seit ihrer Dissertation in den 80er Jahren beschäftigt sich die Juristin mit dem Rechtssystem Ostafrikas und tauscht sich kontinuierlich mit ihren afrikanischen Kollegen aus – insbesondere an der Universität Dar es Salaam.
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Fachzentrum schließt Lücke in Juristenausbildung
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Dort – am neugegründeten tansanisch-deutschen Fachzentrum für Rechtswissenschaft – beginnt am 10. Oktober die Ausbildung von Führungskräften in Jura. Die Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth betreiben das Zentrum gemeinsam. Finanziell unterstützt wird es vom DAAD im Rahmen der „Aktion Afrika“ des Auswärtigen Amts.
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Forum eines fruchtbaren Austauschs: Tansanische Studenten im Gespräch mit deutschen Rechtswissenschaftlern
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Im rund 40 Millionen Einwohner zählenden Tansania entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche private und staatliche Universitäten: Für Schulabgänger gibt es im Fach Jura inzwischen genügend Studienplätze. „Master- und Promotionskurse sind dagegen rar. Mit diesem Angebot füllt das Fachzentrum eine Lücke auf einem für die Entwicklung des Kontinents wesentlichen Gebiet“, sagt Barbara Mück, Leiterin des Referats Sonderprojekte Afrika im DAAD. Der Bedarf an gut ausgebildeten Juristen ist in Afrika groß: Schließlich sind sie nicht nur als Richter oder Anwälte, sondern auch in Politik und Verwaltung, in Unternehmen und im Kulturbetrieb tätig.
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Den englischsprachigen, eineinhalbjährigen Masterkurs (LL.M.) am Fachzentrum haben 25 Studierende aus Tansania belegt, darunter zehn DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten. Schwerpunkte sind unter anderem Verfassungsrecht, Menschenrechte und Rechtsvergleich der Mitgliedsstaaten der Ostafrikanische Gemeinschaft (Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi). „Die Ostafrikanische Gemeinschaft ist noch sehr jung und weit von einer politischen Union entfernt, aber es gibt Ansätze der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Es ist interessant, diese Gemeinschaftsstrukturen mit der Entwicklung der Europäischen Union zu vergleichen“, erläutert Juraprofessorin Ulrike Wanitzek. „Wenn die Ostafrikanische Gemeinschaft wachsen und zu einer politischen Union werden soll, müssen die Rechtssysteme der Staaten harmonieren. Deshalb spielt der Rechtsvergleich im Curriculum des Masterkurses eine wichtige Rolle.“
Die regionale Ausstrahlung des tansanisch-deutschen Fachzentrums gehört zum Programm: Ab 2009 können sich auch Studierende aus den anderen Partnerstaaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft für ein Stipendium bewerben. Aus diesen Staaten stammen auch einige der Dozenten, den größten Teil der Lehre übernehmen aber Juristen der Universität Dar es Salaam. Zudem werden Praktiker eingebunden: Richterinnen und Richter von nationalen und regionalen Gerichten, wie dem East African Court of Justice. Einzelne Vorlesungen, wie Einführungen in Deutsches Recht oder Europäisches Gemeinschaftsrecht, übernehmen Bayreuther und andere europäische Juristen.
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Juristische Fachbibliothek
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Im Rahmen der ,,Aktion Afrika" des Auswärtigen Amtes fördert der DAAD die Einrichtung von vier weiteren Fachzentren in Ghana, der Demokratischen Republik Kongo, Namibia und Südafrika. Dort werden auf international konkurrenzfähigem Niveau Nachwuchskräfte für Führungspositionen in afrikanischen Staaten und internationalen Organisationen ausgebildet. Das Fächerspektrum reicht von Jura über Entwicklungsforschung und Gesundheitswissenschaft bis zu Finanzwissenschaft und Logistik. Die Zentren kooperieren mit deutschen Hochschulen und untereinander. Auf diese Weise soll ein Netzwerk von Partnern in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen für die Zusammenarbeit mit Deutschland entstehen.
Ghana Ghanaisch-deutsches Fachzentrum für Entwicklungs- und Gesundheitsforschung (University of Ghana, School of Public Health der University of Ghana, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, Universitätsklinikum Heidelberg)
Demokratische Republik Kongo Kongolesisch-deutsches Fachzentrum für Mikrofinanz (Université Protestante au Congo in Kinshasa, Frankfurt School of Finance and Management)
Namibia Namibisch-deutsches Fachzentrum für Logistik (Polytechnikum Windhuk, Fachhochschule Flensburg)
Südafrika Südafrikanisch-deutsches Fachzentrum für Entwicklungsforschung und Strafjustiz (University of Western Cape, Humboldt Universität Berlin, Ruhr-Universität Bochum)
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Autorin: Katja Spross |
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Veröffentlichungsdatum: 16.09.2008 |
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© DAAD |
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