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Deutsch-Arabisch/Iranischer Hochschuldialog
Menschen hautnah
Den eigenen Alltag mit fremden Augen sehen – dieses Prinzip möchte die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam mit iranischen und deutschen Studierenden realisieren. Der DAAD unterstützt das Projekt.
Im Interview der fremden Kultur näher kommen
Im Interview der fremden Kultur näher kommen
© HFF Potsdam
Wie sehen junge Iraner einen deutschen Maurer, Maler, Elektriker oder Installateur? Welche Akzente setzen sie, was ist für sie ungewöhnlich? Und was tun ihre deutschen Kommilitonen, wenn sie im Iran Menschen in den gleichen Berufen beobachten, begleiten und befragen? Diese Fragen stellen sich Michael Hammon, Professor für Kamera und Professor Martin Steyer, Vizepräsident an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. „Wir möchten Kurzfilme drehen, die die direkte Begegnung mit Menschen fremder Kulturen thematisieren“, erläutert Michael Hammon.

Projektleiter Hammon knüpft an das Projekt der HFF mit der Kunsthochschule Soureh University in Teheran an. Vor zwei Jahren hatten deutsche und iranische Studierende unter dem Titel „Orient und Okzident im Perspektivenwechsel“ insgesamt acht Kurzfilme produziert, die auf Festivals in Deutschland gezeigt wurden, 2007 drehten Iraner und Deutsche in Brandenburg. Der DAAD fördert diesen Kulturaustausch seit 2006 im Programm „Deutsch-Arabisch/Iranischer Hochschuldialog“.

Drehen im Iran: Bewegungsfreiheit ist alles
Drehen im Iran: Bewegungsfreiheit ist alles
© HFF Potsdam
Cross-Cutting mit Perspektivwechsel
Im September dieses Jahres kommen zwölf iranische Studierende mit zwei Professoren nach Deutschland und beginnen mit der Filmarbeit. Zunächst präzisieren sie mit ihren deutschen Kommilitonen das Konzept und suchen gemeinsam nach Arbeitern, die sie porträtieren möchten. Da die technischen Möglichkeiten im Iran begrenzt sind, möchte Michael Hammon, dass die jungen Iraner bereits in Deutschland möglichst viel Material schneiden.

Zwei Monate später erfolgt der Gegenbesuch im Iran. Dann sind die deutschen Jungfilmer an der Reihe: Sie nehmen Menschen in denselben Berufen auf und schneiden ihre Bilder in die schon vorhandenen Streifen – Crosscutting mit Perspektivwechsel.

„Wir sehen dann im Wechsel deutsche und iranische Arbeiter in ihrem Alltag und bei ihrer Arbeit. Die Filme leben durch die Schnitte und die direkte Gegenüberstellung beider Kulturen“, sagt Projektleiter Hammon. Vier Filme insgesamt hat er geplant – wenn alles klappt. Zunächst gilt es, komplizierte Regeln beim Zoll zu überwinden und die Bewegungsfreiheit im Iran zu ermöglichen.

Autorin: Isabell Lisberg-Haag
Veröffentlichungsdatum: 01.09.2008
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