www.daad.de | Impressum
Logo: DAAD-magazin.de
Startseite « Mehr Nachwuchs mit Indienkompetenz Magazin-Archiv

Heidelberg
Mehr Nachwuchs mit Indienkompetenz
Mit dem neuen Programm ''A New Passage to India'' fördert der DAAD den akademischen Austausch mit dem Subkontinent und weckte auf dem Heidelberger Indientag die Neugier auf wissenschaftliches Arbeiten in Indien.
Tore weit geöffnet: Indientag weckt Lust auf Neues
Tore weit geöffnet: Indientag weckt Lust auf Neues
© Südasien-Institut Heidelberg
Die Heidelberger Studierenden Sibu Mundiyanapurath und Manju Ludwig sind junge „Pioniere“: Die beiden haben im Ausland studiert – an sich nicht außergewöhnlich an der Rupert-Karls-Universität, die mit ihren internationalen Kontakten glänzt. Doch die beiden waren für mehrere Monate in Indien und zählen damit zu einer klaren Minderheit. Zwar ist der südasiatische Subkontinent nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich ein aufstrebender Star – deutsche Studierende wählen das Land dennoch selten für ein Auslandsstudium. Der Medizinstudent Sibu Mundiyanapurath – er ist in Deutschland geboren, seine Eltern stammen aus Indien – studierte in Bangalore, die Politikstudentin Manju Ludwig in Neu Delhi.

Geht es nach Forschungsministerin Annette Schavan, sollen es künftig viele Studierende den beiden Heidelbergern nachmachen. Schavans Ministerium stellt 4,3 Millionen Euro zur Verfügung, um den universitären Austausch mit Indien zu fördern. „Wir brauchen mehr Nachwuchs mit Indienkompetenz“, sagt die Ministerin. Betrachtet man Prognosen, wonach der Kontinent mit seinen 1,14 Milliarden Einwohnern schon in wenigen Jahrzehnten zu einer der stärksten Wirtschaftsnationen anwachsen dürfte, wird auch klar, warum.

Indientag läutet DAAD-Programm ein
Doch mehr als das. „Indien ist eines der großen und spannenden Forschungsfelder der Welt“, sagt DAAD-Präsident Stefan Hormuth. Daher hat der DAAD zusammen mit dem Forschungsministerium ein neues Stipendienprogramm aufgelegt. „A New Passage to India“ heißt es – in Anlehnung an den berühmten Reisebericht von Edward Morgan Forster. Der Indientag an der Universität Heidelberg läutete am 6. und 7. Juni das neue Programm ein.

„Wir wollen Appetit machen auf Indien“, sagt Stefan Hormuth. Das bezieht er nicht nur auf den Duft von indischem Essen, der durch die Uni wehte oder auf die exotische Musik, die aus einigen Sälen drang. Indien sei „eine Weltregion, mit der wir in Zukunft rechnen müssen.“ Die Entwicklungen, die sich dort abspielten, würden im Westen noch viel zu wenig wahrgenommen. Daher wolle er junge Menschen ermuntern, zum Studium, für eine Forschungsphase oder für ein Praktikum mit Landeskunde nach Indien zu reisen.

Indien im Gespräch: DAAD-Präsident Hormuth (2.v.r.) wirbt für den studentischen Austausch mit Indien
Indien im Gespräch: DAAD-Präsident Hormuth (2.v.r.) wirbt für den studentischen Austausch mit Indien
© Südasien-Institut Heidelberg
Deutsche und indische Kompetenzzentren
Der DAAD fördert das studentische Engagement mit Stipendien und unterstützt den Aufbau akademischer Kompetenzzentren – beispielsweise in Madras. Ein deutsches Kompetenzzentrum in Sachen Indien steht seit Jahren in Heidelberg. Das interdisziplinäre Südasien-Institut (SAI) ist eine der ersten Adressen für Studierende und Wissenschaftler mit diesem regionalen Schwerpunkt. 4.500 Haupt- und Nebenfächler tummeln sich in den acht SAI-Teildisziplinen – von Politik über Geschichte und Geografie bis hin zu Sprachen.

Trotz des Standings, das das Institut genießt, sei der akademische Austausch mit Indien in den zurückliegenden Jahren schwierig gewesen, berichtet SAI-Direktor Manfred Hake. „Seit drei Jahren ändert sich sehr viel“, beobachtet Hake. Die indischen Universitäten öffneten sich immer stärker für Kooperationen mit internationalen Institutionen.

So ist seit 2005 in den Südasien-Studiengängen des SAI ein Auslandssemestervorgeschrieben. Unterstützung bei der Vorbereitung ihres Studienaufenthalts in Südasien aber auch bei Problemen vor Ort erhalten die Studierenden von den Außenstellen des SAI in Indien, Pakistan, Nepal und Sri Lanka. Hier wird seit Jahren ein Kontakt-Netzwerk aufgebaut.

Das Auslandssemester genau vorher zu planen, ist dennoch kaum möglich. „In Indien läuft vieles einfach anders als an deutschen Unis. Es kommt meist anders als man denkt“, berichtet Politikstudentin Manju Ludwig. Angst vor dem großen Indien-Chaos müsse dennoch niemand haben. Das „Abenteuer Alltag“ mache den Charme Indiens aus. Manju Ludwig: „Asien wird jeden persönlich verändern und bereichern.“

DAAD-Quiz: Die Gewinner stehen fest und freuen sich auf mehr indische Einblicke
DAAD-Quiz: Die Gewinner stehen fest und freuen sich auf mehr indische Einblicke
© Südasien-Institut Heidelberg
Weitere Informationen
DAAD-Quiz: "A Test of India" - die Gewinner:

Praktikum an der DAAD-Außenstelle Neu Delhi:
Karen Schoch, Marc Lendermann

Wochenende in Berlin für zwei Personen,
Flug, Übernachtung, Besuch bei der Indischen Botschaft und ein indisches Abendessen (gesponsert von der Indischen Botschaft):
Isabella Merlin, Dora Pratscher

iPod:
Shaheen Amtul, Marianne Dirkes, Tor Mehtab, Christi Sara


Autor: Alexander Wenisch
Veröffentlichungsdatum: 12.06.2008
DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst © DAAD
Professor Willfried Spohn verstorben
DAAD-Positionspapier zu akademischer Mobilität und Fachkräftemigration
Die Pioniere
Letter abonnieren
Weitere Themen
Offen für Neues
Leben in einem anderen Land bedeutet interkulturelle Erfahrung hautnah. Davon berichten Experten im DAAD-magazin.
Vorausgegangene Themen und Artikel finden Sie in unserem Magazin-Archiv.
Seite drucken
Magazin-Archiv
Impressum
www.daad.de
Deutschland online