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Weihnachtsbräuche in... |
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Rumänien: Ziegentanz und High-Tech-Baum |
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Christliche und heidnische Prozessionen ziehen in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus: Im Advent singen Kinder, am Heiligabend vor allem junge Männer – den einen wird mit Süßigkeiten, den anderen mit Alkohol gedankt.
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Wildes Spektakel: Ziegentanz im Schnee:
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| © Florin Andreescu |
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Eigentlich unterscheiden rumänische Weihnachten sich nicht so sehr von der deutschen Weihnacht. Zumindest auf den ersten Blick. Das meinte vor einigen Jahren auch ein geschäftstüchtiger Unternehmer, der in Rumänien Adventskalender auf den Markt brachte in dem Glauben, eine Marktlücke entdeckt zu haben. Weit gefehlt – niemand wusste etwas mit dem seltsamen Gegenstand anzufangen. Und keiner begriff so recht, warum man ein paar Gramm Schokolade auf 24 Tage verteilen sollte, anstatt sie auf einmal zu genießen.
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Heidnische und christliche Prozessionen
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Wie in anderen Weltgegenden kommen auch in Rumänien in den letzten Tagen und Wochen des Jahres christliche und heidnische Bräuche zusammen. Ein Brauch, der seinen Ursprung außerhalb des Christentums hat, ist beispielsweise der „Ziegentanz“: Das wilde kultische Treiben zeigt das Töten, Beklagen, Begraben und die Wiederauferstehung der Ziege. Die tanzenden Darsteller tragen Masken, während die Zuschauer Getreide auf die Prozession werfen, die von Haus zu Haus zieht. Das Treiben erinnert an die alemannische Fasnet. Ziel des Brauches ist ein fruchtbares und ertragreiches neues Jahr. Einen priesterlichen Segen gibt es dafür aber nicht.
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Zuschauer werfen Getreide auf die Ziegentanz-Prozession für ein fruchtbares neues Jahr
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| © Florin Andreescu |
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Prozessionen, auch christliche, gehören zur (Vor-)Weihnachtszeit. Schon im Advent gehen Kinder von Haus zu Haus, singen Lieder und möchten beschenkt werden – früher mit Nüssen und Süßigkeiten, heute auch gerne mit Bargeld. Später am Heiligabend ziehen die Erwachsenen los. Beim „Colindat“ sind es vor allem junge Männer, die es singend den Kindern gleichtun und statt Geld reichlich Alkohol erhalten, der direkt vor Ort konsumiert wird. Die Aktion kann durchaus bis in die frühen Morgenstunden dauern. Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ziehen bei den „Irozii“ – abgeleitet vom rumänischen Wort für „Herodes“ – abermals Gruppen los. Sie spielen die Weihnachtsgeschichte nach und werden mit Alkohol und Kuchen gestärkt.
Trotz aller Traditionen liegen unter dem Weihnachtsbaum vor allem technische Geräte. Handys, Flachbild-Fernseher, „Home Cinema“. Die Läden bieten in der Vorweihnachtszeit ein entsprechend reiches Warenangebot, das viele Käufer findet. Der Konsum- und Nachholbedarf ist im neuen EU-Mitgliedsland enorm, die Begeisterung für alles Technische groß.
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High-Tech-Baum mit 2,4 Millionen Glühbirnen
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Ein besonders eindrucksvolles Spektakel gab es Anfang Dezember am „Vereinigungsplatz“, dem zentralen Bukarester Platz: Am 1. Dezember, dem Nationalfeiertag, wird in der Hauptstadt immer die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet. Dieses Jahr erstrahlte ein riesiger „Weihnachtsbaum“, ein gigantisches Metallgestell mit 2,4 Millionen Glühbirnen: eine für jeden Bewohner der Metropole. Das wollten alle Bukarester miterleben, aber so viel Platz ist selbst in der Hauptstadt nicht. Für mehrere Stunden kam der Verkehr zum Erliegen, im Stadtzentrum ging nichts mehr. Über 100.000 Menschen standen dicht an dicht bei klirrender Kälte. 43 Kinder gingen verloren. Nach Zeitungsberichten war es die größte Menschenansammlung in Rumänien seit der Revolution von 1989 – und das alles wegen eines elektrischen Weihnachtsbaums.
In der Hauptstadt des Nachbarlands Ungarn schmückt hingegen ein riesiger echter Nadelbaum den dortigen zentralen Platz. Er wurde importiert: aus Transsilvanien in Rumänien.
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Autor: Reimar Müller, Leiter des DAAD-Informationszentrums (IC) in Bukarest |
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Veröffentlichungsdatum: 20.12.2007 |
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