 |
Weihnachtsbräuche in ... |
 |
 |
 |
 |
 |
Belgien: Sinterklaas macht Konkurrenz |
 |
 |
Manchen Belgiern ist Sinterklaas wichtiger als der Weihnachtsmann, weil er mehr Geschenke bringt. Andere feiern besonders Sint-Maarten am 11. November: Vielfalt gehört zum belgischen Alltag.
|
 |
 |
 |
|
Weihnachten in Belgien beginnt bereits Mitte November. Dann machen große Warenhäuser und kleine Läden unmissverständlich klar: Bald ist Weihnachten! Überall wird weihnachtlicher Schmuck angeboten, denn die Belgier lieben es, ihre Häuser üppig zu dekorieren: Blinkende Lichterketten, leuchtende Schlitten und Rentiere im Vorgarten, lebensgroße Weihnachtsmänner, die an Häuserfassaden und Balkonen hängen – da darf nichts fehlen.
|
 |

|
 |
|
Sinterklaas und sein Gehilfe bringen viele Geschenke
|
| © Michell Zappa |
 |
|
|
Zwarte Piet hilft Sinterklaas
|
|
Auch wenn der Weihnachtsmann allerorten zu sehen ist, so spielt er doch nicht die erste Geige im weihnachtlichen Reigen: Wichtiger ist der Sinterklaas. Der flämische Name kommt von Sint-Nicolaas, zu Deutsch: Heiliger Nikolaus. Mit seinem Gefährten Zwarte Piet beschenkt er am 6. Dezember die Kinder. Viele Kinder in Flandern sehen die populäre Fernsehserie „Dag Sinterklaas“ und zählen die Tage, bis Sinterklaas endlich kommt. Inzwischen gehen auch die Erwachsenen an diesem Tag nicht mehr leer aus, sie beschenken sich gegenseitig.
Die Tatsache, dass Sinterklaas einen oder mehrere Zwarte Piet in seinem Gefolge hat, wird inzwischen von vielen Belgiern kritisiert – sein Erscheinungsbild sei verstörend: Der Zwarte Piet ist schwarz oder braun geschminkt, mit auffallend rot bemalten Lippen und einer Kraushaarperücke, zudem trägt er bunte Kleidung, die an das frühe 17. Jahrhundert erinnert.
Manche Belgier sagen, dass Sinterklaas wichtiger sei als Heiligabend, weil es dann mehr Geschenke gebe. Andere wiederum, etwa in der Region um Aalst und Ieper, feiern besonders Sint-Maarten am 11. November; Sinterklaas hat für sie keine große Bedeutung. Vielfalt gehört zum belgischen Alltag: Unterschiede gibt es von Provinz zu Provinz, von Gemeinde zu Gemeinde und von Stadt zu Stadt.
|
|
Weihnachtsmarkt auf dem Brüsseler Grand Place
|
|
In vielen Städten Belgiens locken Weihnachtsmärkte die Touristen an. Besonders bekannt ist etwa der Weihnachtsmarkt auf dem Brüsseler Grand Place – ein Besuch lohnt sich. Flamen suchen die weihnachtliche Romantik auch jenseits der Grenze. Sie tummeln sich auf den Weihnachtsmäkten in Aachen und Köln oder auch im englischen Canterbury.
Weihnachten ist in Belgien nicht mehr in erster Linie ein religiöses oder spirituelles Fest. Dennoch werden in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Kirchenkonzerte angeboten. An Heiligabend oder am ersten Feiertag besuchen die Belgier die Gottesdienste. Die Weihnachtstage verbringen die Menschen am liebsten im eigenen Heim und im Kreis der Familie. Natürlich darf der Weihnachtsbaum nicht fehlen. Obwohl ein echter Baum nach wie vor als Ideal gilt, boomt in den letzten Jahren der Plastikbaum, der mit Kugeln und Lichtern bunt geschmückt wird.
|
 |

|
 |
|
Gent bei Nacht: verschneit und weihnachtlich geschmückt
|
| © DAAD |
 |
|
|
Gefüllter Truthahn: Tradition nach dem 2. Weltkrieg
|
|
Besonders wichtig ist das gemeinsame Essen: Wild, Hummer, Austern, Eisbomben – seit den 60er und 70er Jahren wird auch sehr häufig „gevulde kalkoen“, gefüllter Truthahn, aufgetischt. Er kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit den amerikanischen und kanadischen Truppen nach Belgien. Im französischsprachigen Teil des Landes steht der 25. Dezember ganz im Zeichen eines großes Festessens für die Familie.
Von den vielen lokalen Bräuchen soll hier ein ungewöhnlicher erwähnt werden: In Andenne, einer kleinen Gemeinde in der Provinz Namur im wallonischen Teil Belgiens, spielen spät am Heiligabend in vielen Cafés und Bäckereien Gruppen von jeweils 10 Teilnehmern „Trairies“, ein Kartenspiel: Für den Gewinner gibt es ein Stück vom Weihnachtskuchen.
|
|
 |
 |
 |
Autorin: Uta Schaffers, DAAD-Lektorin, Universität Gent |
 |
 |
Veröffentlichungsdatum: 19.12.2007 |
 |
|  | Weitere Artikel der Serie:  Weihnachtsbräuche in...  | | Thailand: Reich geschmückte Shopping-Center Von Ende November bis Anfang Januar steht Thailand im Zeichen von Lichterzauber, eingängigen Melodien und Geschenken. Mit Weihnachten im christlichen Sinne hat dies alles freilich wenig zu tun.
mehr |  | | Belarus: Väterchen Frost kommt zweimal Weihnachten wird in Belarus bunt, fröhlich und an zwei Festtagen gefeiert: katholisch am 25. Dezember, orthodox am 6. Januar. Aber ob katholisch oder orthodox, die Bräuche an Weihnachten sind fast identisch.
mehr |  | | Rumänien: Ziegentanz und High-Tech-Baum Christliche und heidnische Prozessionen ziehen in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus: Im Advent singen Kinder, am Heiligabend vor allem junge Männer ? den einen wird mit Süßigkeiten, den anderen mit Alkohol ge mehr |  | | Irland: Die Familie trifft sich Christmas Day am 25. Dezember ist das wichtigste Familienfest des Jahres. Aus allen Teilen Irlands und der Welt reisen Verwandte an, um zu Hause zu feiern. Eine günstige Gelegenheit für andere Familienfeste: Ge mehr |  | | Tschechien: Ohne Fisch kein Fest Wer etwas auf Traditionen hält, lässt den Weihnachtskarpfen noch ein paar Tage in der Badewanne schwimmen.
mehr |  | | Mali: Harmonische Feiern Unabhängig von religiösen oder ideologischen Fragen wird in Mali gerne gefeiert. So ist der 25. Dezember ein Feiertag, obwohl nur ein bis zwei Prozent Christen in dem westafrikanischen Land leben.
mehr |  | | Malaysia: friedliches Zusammenleben der Kulturen Im multiethnischen Land am Äquator berühren sich zu Weihnachten Kulturen, die sonst in Parallelwelten nebeneinander existieren.
mehr |  | | Tadschikistan: Neujahrsgruß vom Weihnachtsmann Das sowjetische Neujahrsfest ? eine religionsfreie Symbiose von Weihnachten, Silvester und Karneval ? lebt fort. Islamische und nationale Feiertage gewinnen an Bedeutung.
mehr |  | | Australien: Entspannt am Strand Auf der Südhalbkugel der Erde ist jetzt Sommer, die Tage sind deutlich länger als die Nächte und es gibt eher Staub als Schnee. Barbecue und Picknick sind die Favoriten zur Weihnachtszeit.
mehr |  | |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
© DAAD |
|
 |
|
|