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Weihnachtsbräuche in ... |
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Belarus: Väterchen Frost kommt zweimal |
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Weihnachten wird in Belarus bunt, fröhlich und an zwei Festtagen gefeiert: katholisch am 25. Dezember, orthodox am 6. Januar. Aber ob katholisch oder orthodox, die Bräuche an Weihnachten sind fast identisch.
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Wer denkt, das Fest der Liebe in Belarus sei ebenso trist und unspektakulär, wie manche Medien den Alltag in der „unbekannten Mitte Europas“ charakterisieren, der irrt. Wie in Russland heißt der Weihnachtsmann Ded Moroz – Väterchen Frost – und er kommt zur Freude aller gleich zweimal, sogar mit staatlichem Einverständnis. Nach gregorianischem Kalender sind der 25. Dezember und nach julianischem der 7. Januar Weihnachtsfeiertage. Die doppelte Mühe wird Väterchen Frost durch seine Enkelin Snegurotschka erleichtert. Ihr Name bedeutet „Schneemädchen“. Jung und schön begleitet sie ihn auf Schritt und Tritt und wohnt in der arbeitsfreien Zeit sogar bei ihm.
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Ded Moroz und Snegurotschka vor ihrer Residenz: In der Hand hält Ded Moroz seinen Zauberstab, der alles zu Eis gefrieren lässt
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| © Kerstin Müller |
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Ob katholisch oder orthodox, die Bräuche an Weihnachten sind fast identisch: Nach julianischem Kalender endet am 24. Dezember traditionell die Fastenzeit, die sich hier auch unter Katholiken eingebürgert hat. Jesu Geburt lädt ein zum festlichen Speisen: zwölf, also dreimal vier, Gerichte gehören dazu. Sie symbolisieren die vier Jahreszeiten. Zum Festmahl kommen die Familien nach Sonnenuntergang und dem Kirchgang zusammen. Aus der Kirche wird Sotchiwo, ein geweihter Brei aus Getreide und Rosinen, mit nach Hause gebracht, der die Speisenabfolge eröffnet.
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Teller bleiben für hungrige Vorfahren stehen
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Das Festessen heißt davon abgeleitet Sotchelnik. Hausfrauen- beziehungsweise hausmännerfreundlich bleiben Geschirr, Gläser, Speisen und Getränke über Nacht auf dem Tisch, für den Fall dass hungrige Vorfahren zu Besuch kommen. Ehepaare bringen vom Kirchgang noch geweihte, weiße, in einander gewundene Kerzen mit, die am gleichen Abend angezündet werden und bis zum Ende abbrennen müssen, um Glück zu bringen. Ein bunt geschmückter Weihnachtsbaum, die Jolka, darf natürlich nicht fehlen.
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Weihnachtstag zur Erholung und Freude
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Die Orthodoxen feiern ihr Sotchelnik erst am 6. Januar. Zur besonderen Belohnung für das 40-tägige Fasten ist es strengstens verboten, am darauf folgenden Tag zu arbeiten. Was nicht vorher erledigt werden konnte, muss warten; der Weihnachtstag dient ausschließlich der Erholung und der Freude. In Anlehnung an heidnische Bräuche beginnt danach Kalieda, eine Art fünfte Jahreszeit, in der früher über vieles hinweg gesehen wurde, was der Kirche wenig gefiel und heute ohnehin keinen Anstoß mehr erregt. Die tollen Tage gehen auf Bräuche altslawischer Religionen zurück. Sie enden am 21. Januar. In dieser Zeit ziehen als Ziege, Bär, Bauer, Pferd und Storch verkleidete Spaßmacher von Haus zu Haus. Sie singen, wünschen Glück und betteln um Lebensmittel und Getränke.
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Jolka-Fest in der Silvesternacht
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In der Sowjetzeit waren die religiösen Bräuche unerwünscht. Weihnachten in christlicher Tradition feierten Familien nur noch selten. Statt dessen erfand die Führung für die Silvesternacht das Jolka-Fest, zu dem man – wie an Weihnachten üblich – Geschenke verteilte. Die Jolka-Tradition hat sich im Laufe der Zeit etabliert. So feiern die Belarussen inzwischen zwar wieder Weihnachten, orthodox oder katholisch, machen sich aber auch in der Silvesternacht Geschenke. So besuchen Väterchen Frost und seine Enkelin nicht nur die Orthodoxen und die Katholiken, sondern sogar die meisten Familien zweimal.
Wer nun glaubt, dass auch Ostern zweimal gefeiert wird, liegt genau richtig. Aber da haben sich Ded Moroz und Snegurotschka nach getaner Arbeit schon längst in ihre Residenz zurück gezogen, wo sie den Rest des Jahres über gerne besucht werden. Die Adresse lautet: http://bp21.org.by/en/about/dedmoroz.html
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Autor: Michael Klees und Olga Koliada |
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Veröffentlichungsdatum: 18.12.2007 |
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