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Serie: DAAD-Preis
Bücher für das Studium
Ranjita Pati aus Indien erhielt den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis. Jährlich würdigen Hochschulen damit ausländische Studierende, die nicht nur fachlich herausragend sind, sondern sich auch gesellschaftlich engagieren. Am 2. Januar lesen Sie im DAAD-magazin das Porträt des chinesischen Informatikers Yang Ji.
Ranjita Pati
Ranjita Pati
© Uni Marburg
Eigentlich wollte Ranjita Pati in Deutschland nur ihre Kenntnisse in Homöopathie vertiefen, doch dann entschloss sie sich zu einem Studium der Humanmedizin an der Universität Marburg. Ein Bachelorstudium „Homoeopathic Medicine and Surgery“ hatte die 29jährige bereits an der indischen Utkal University Bhubaneswar erfolgreich abgeschlossen. Anschließend absolvierte sie eine einjährige Zusatzausbildung zur Heilpädagogin am Chetana-Institut „Jewels International“.

Das Institut, zu dessen Gründern auch Ranjita Patis Vater gehört, kümmert sich um geistig behinderte Menschen in Indien. „Unser Ziel ist die sonderpädagogische Förderung und die berufliche Bildung behinderter Menschen in Indien“, sagt Ranjita Pati, die schon als 18jährige ehrenamtlich in so genannten „Healthcamps“ arbeitete, um in ländlichen Gebieten Polio-Impfungen und Maßnahmen zur Aids-Bekämpfung durchzuführen.

Als Vereinsgründerin aktiv
In Deutschland war die angehende Ärztin maßgeblich daran beteiligt, einen gleichnamigen Verein „Chetana e.V.“ mit Sitz in Kassel ins Leben zu rufen. Dessen Mitglieder sammeln Spenden, vermitteln aber auch deutschen Schülern indische Kultur. Für ihr soziales Engagement und ihre außergewöhnlichen Leistungen im Studium erhielt Ranjita Pati den DAAD-Preis für ausländische Studierende von der Philipps Universität Marburg.

Nach dem Studium will die junge Inderin in ihre Heimat zurückkehren und dort als Gynäkologin arbeiten. „Gynäkologinnen werden in Indien dringend benötigt. Zudem könnte ich dabei auch auf meine Erfahrungen mit der Homöopathie zurückgreifen.“ Eine Alternative hat sie allerdings auch parat: die Krebsforschung.

Über den DAAD-Preis hat sich die Studentin „riesig gefreut“ und will von dem Preisgeld nun endlich eigene Lehrbücher kaufen. „Mein Vater arbeitet in Indien zwar an der Universität, dort verdient er als Psychologie-Professor aber nicht so viel, dass er mein Studium in Deutschland finanzieren könnte.“ Und so jobbt die Medizinstudentin an den Wochenenden in einem Schnellrestaurant.

Autorin: Doris Bünnagel
Veröffentlichungsdatum: 10.12.2007
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