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Deutsche Auslandsschulen |
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Eine Münchnerin aus Ägypten |
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Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte in Berlin 200 DAAD-Stipendiaten, die von deutschen Schulen in aller Welt zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Das DAAD-Programm „Absolventen deutscher Auslandsschulen“ wird aufgestockt.
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Der Außenminister kam mit Verspätung. Er entschuldigte sich mit „Turbulenzen in der Regierung – so etwas kennen Sie auch aus Ihren Ländern“. Die 200 ausländischen Gäste nickten verständnisvoll, machten Platz für den Minister und lächelten locker in die Kameras, die seit geraumer Zeit auf sie gerichtet waren. Alle wussten bereits, dass Arbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering zurückgetreten war und Außenminister Frank-Walter Steinmeier der neue Vizekanzler sein würde.
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Die Rede des Ministers war dann auch knapp, dafür aber herzlich: Er wünschte den 200 Stipendiaten, die der DAAD zu einem mehrtägigen Treffen nach Berlin geladen hatte, weiterhin viel Freude mit der deutschen Sprache – „die Sie wunderbar beherrschen“ – und für die Zukunft „viel Erfolg“. Es war dieser in gewisser Weise programmierte Erfolg, der das Auswärtige Amt dazu bewogen hat, das Stipendienprogramm erheblich zu erweitern. Statt bisher 60 Stipendien soll es ab 2008 jährlich 120 geben.
„Mit dem Programm holen wir die Talentiertesten zu uns,“ sagt DAAD-Generalsekretär Christian Bode und erinnert daran, dass viele der jungen Leute beim Besuch der Deutschen Schule bereits in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten sind: „Da gibt es dauerhafte Bindungen an Deutschland“. Perfekte Sprachkenntnisse und die Vertrautheit mit der deutschen Kultur geben den Stipendiaten von vornherein die besten Startchancen in Deutschland. Von den Schulen für das Stipendium vorgeschlagen, kommen überdies die besonders Begabten.
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Frank-Walter Steinmeier und Christian Bode umringt von 200 Absolventen deutscher Auslandsschulen
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| © Nicole Maskus |
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Von Istanbul nach Heidelberg
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„Wir haben nicht nur Mathe, Deutsch und Englisch gelernt, sondern auch Fleiß, Respekt und Toleranz“, beschreibt Burak Altintas seine Zeit auf der Deutschen Schule in Istanbul. „Die Toleranz kam ganz von allein – durch unsere deutschen Lehrer und die deutschen Schüler, die mit uns die Schule besuchten, lernten wir, mit einer anderen Lebensweise und Kultur umzugehen.“ Der Anreiz war groß, in dem aus der Ferne schon vertrauten Land eine Zeitlang zu leben.
Für das Medizinstudium in Heidelberg gab es freilich noch andere Gründe: Burak Altintas, zurzeit im 9. Semester, möchte eines Tages als Chirurg in der Türkei arbeiten. „Die Ausbildung hätte ich auch in Istanbul machen können“, erzählt er, „aber hier habe ich ganz andere Forschungsmöglichkeiten. Es reicht nicht, ein guter Kliniker zu sein – man muss heute auch über die neuesten Entwicklungen in der Molekularbiologie, der Onkologie oder Stammzellenforschung auf dem Laufenden sein.“
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Solartechnik für Brasilien
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Der gute Ruf der deutschen Ingenieurwissenschaften war es, der den Brasilianer Nicolás Chang an die Technische Hochschule nach Aachen lockte, wo er im 7. Semester Maschinenbau studiert. Auch er war durch den Besuch der Humboldt-Schule in São Paulo auf Deutschland bestens vorbereitet. Nicolás Chang, sein Vater stammt aus Taiwan, seine Mutter aus Uruguay, spricht neben seiner Heimatsprache Portugiesisch auch Spanisch, Englisch und Chinesisch. „Deutsch zu lernen, war zuerst ziemlich schwierig“, erinnert er sich, „aber es hat sich gelohnt.“
Denn Deutschland ist genau der richtige Ort für sein Spezialinteresse: die Umwelttechnik. „Hier gibt es intensive Forschung auf dem Gebiet und die erneuerbaren Energien werden enorm subventioniert.“ Dass er mit dem deutschen Abschluss und den interkulturellen Erfahrungen später einen guten Job finden wird, daran zweifelt er nicht. „São Paulo gehört weltweit zu den Städten mit den meisten deutschen Firmen“, weiß er.
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Die 13 ersten Absolventen des seit 2001 bestehenden Stipendienprogramms sehen das genauso. Die Ägypterin Heba Aguib, die auf die Frage nach ihrer Herkunft spontan sagt: „Ich bin Münchnerin“, bekam nach ihrem Abschluss als Maschinenbauerin an der Technischen Universität München gleich zwei Angebote aus der Automobilindustrie. Der Ingenieurin, die zuerst noch den Doktor machen will, liegt die finanzielle Ausstattung und damit die Zukunft ihrer deutschen Schule in Kairo sehr am Herzen. „Wenn ich meine Kinder eines Tages dorthin schicken möchte, soll sie noch genauso gut sein wie zu meiner Zeit“, wünscht sie sich.
Das brachte sie während des Berliner Treffens auch bei einer Diskussionsrunde mit Bundestagsabgeordneten zur Sprache. Und sie traf auf offene Ohren: Peter Gauweiler, CSU-Abgeordneter und Vorsitzender des Unterausschusses „Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik“, forderte die Stipendiaten auf, Verbesserungsvorschläge für die deutschen Schulen an ihn zu schicken. Die Wünsche und Tipps könnten in einem für das nächste Jahr geplanten Beschluss des Bundestags zu den Deutschen Auslandsschulen eingehen. „Die fünf Einsender mit den besten Vorschlägen lade ich zur Anhörung nach Berlin ein“, kündigte er an. Heba Aguib: „Ich werde auf jeden Fall dafür plädieren, dass das Schulgeld nicht erhöht wird, denn sonst kann nur noch die Elite ihre Kinder in die Schulen schicken.“
Mehr Aufmerksamkeit ist den Schulen sicher: Das Auswärtige Amt plant für 2008 ein „Jahr der Deutschen Auslandschulen“. Da wird es unter anderem auch darum gehen, mehr Absolventen für ein Studium in Deutschland zu gewinnen, und zwar nicht nur Stipendiaten, sondern auch Selbstzahler.
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Autorin: Leonie Loreck |
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Veröffentlichungsdatum: 14.11.2007 |
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© DAAD |
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