 |
Hochschulen |
 |
 |
 |
 |
 |
Exzellent gelehrt |
 |
 |
Der DAAD initiiert den „International Dialogue on Education“ (ID-E). Er belebt die deutsche Diskussion um gute Lehre durch Impulse aus dem Ausland.
|
 |
 |
 |
|
„Man hört jetzt viel von Exzellenzinitiativen“, sagte Christian Bode, Generalsekretär des DAAD. „Dabei geht es aber nur um die Forschung, leider nicht um die Lehre an den Hochschulen. Die Lehre scheint kaum zu zählen, weder für die Karriere der Wissenschaftler noch für die Politiker.“ Es gibt freilich erste Anzeichen eines neuen Denkens.
|
 |

|
 |
|
Gute Hochschullehre lohnt sich: Teilnehmer am International Dialogue on Education
|
| © DAAD |
 |
|
|
Unter dem Titel „Exploring Difference – Making University Teaching Count” hatte der DAAD gemeinsam mit dem British Council, der German-American Fulbright Commission, der Australian Group of Eight und dem Canadian Bureau for International Education in die Kanadische Botschaft nach Berlin geladen. „Unser Ziel ist es, von den Erfahrungen in England, Kanada, Australien und in den USA zu lernen“, sagte Ursula Lehmkuhl, Vize-Präsidentin der Freien Universität Berlin und formulierte drei Fragen: Kann man Lehren lernen? Wie kann man gute von schlechter Lehre unterscheiden? Welche Rolle spielt der Wettbewerb bei der Lehre?
|
|
Druck aus der Wirtschaft verbesserte die Lehre in Großbritannien
|
|
Auch an den Hochschulen der englischsprachigen Länder war die Lehre lange Zeit ein Stiefkind. In den neunziger Jahren trat ein Bewusstseinswandel ein, denn die Wirtschaft klagte über schlecht ausgebildete Studierende, die Politik über den mangelnden Effekt der hohen Bildungsinvestitionen und die Studierenden forderten für ihre – zum Teil hohen – Studiengebühren gute Lehrangebote.
Joelle Fanghanel (City University, London) berichtete von einer teilweise wenig koordinierten Überfülle an Plänen und Projekten, die Lehre zu verbessern. Seit 1999 entstanden 24 so genannte „Subject Centers“, die Hochschullehrer in spezifischen Fachrichtungen – von Biowissenschaften bis Soziologie – bei der Lehre unterstützen. Inzwischen gehören die Zentren zur Higher Education Academy.
Joy Mighty (Queens University, Kingston) hob die Gründung eines fast flächendeckenden Systems von „Zentren für Lehren und Lernen“ in Kanada hervor, die für eine deutliche Verbesserung der Lehre gesorgt hätten. Lloyd W. Benjamin III (Präsident der Indiana State University) präsentierte ein ganzes Arsenal von Instrumenten aus der Praxis, vom Coaching für Professoren bis zur Heranführung von Studierenden an die Welt des Lehrens. Rund 50 Prozent der Studierenden an seiner Universität würden in „Service-Aktionen“ – etwa als Sprachlehrer – Erfahrungen außerhalb des Campus sammeln. Der Australier Bob Lingard, heute an der University of Edinburgh, berichtete von hochdotierten Preisen für Exzellenz in der Lehre.
|
|
Einig waren sich die Vortragenden in zahlreichen Punkten: Es muss sich eine neue Kultur des Lehrens entwickeln, dabei soll der Lernende im Mittelpunkt stehen. Man muss den Mut zur Bewertung von Lehr-Leistungen haben. Bewertungssysteme sind aber nur sinnvoll, wenn sie durch belastbare und valide Daten unterstützt werden, sonst sind sie eher kontraproduktiv. Leistungen in der Lehre sollen systematisch dokumentiert und bei Berufungen auch berücksichtigt werden. Preise für gute Lehre – analog zu Auszeichnungen für Forscher – sollen besser an Fakultäten oder Universitäten als an einzelne Personen verliehen werden.
|
|
International Dialogue on Education
|
|
Der „International Dialogue on Education“ (ID-E) – eine Initiative des DAAD – soll fortgesetzt werden. Er soll die deutsche Diskussion durch Impulse aus dem Ausland beleben, erläutert Annette Julius, Leiterin der Programmabteilung Nord, die Zielrichtung. „Der Auftakt war sehr ermutigend, weil die Vertreter aus Hochschule und Politik nicht politische Statements austauschten, sondern ganz praktische Handlungsmöglichkeiten mit viel Enthusiasmus diskutierten.“ Die nächste Veranstaltung ist für April 2008 geplant, das Thema steht noch nicht fest.
|
|
 |
 |
 |
Autor: Horst Willi Schors |
 |
 |
Veröffentlichungsdatum: 25.10.2007 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
© DAAD |
|
 |
|
|