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TEMPUS IV |
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Neue Runde für moderne Lehre |
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Das EU-Förderprogramm für die Hochschulzusammenarbeit mit Osteuropa, Zentralasien, Südosteuropa und Nordafrika ist hierzulande beliebt: In einem Drittel der 150 neuen TEMPUS-Netzwerke sind deutsche Hochschulen aktiv. Interview mit Angelika Sachsenröder, Leiterin der Nationalen TEMPUS-Kontaktstelle im DAAD.
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Die deutschen Hochschulen sind Spitzenreiter bei TEMPUS. Was reizt sie, an dem EU-Programm teilzunehmen?
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Angelika Sachsenröder: Es stimmt – seit 2000 sind deutsche Hochschulen im EU-Vergleich an den meisten Projekten im Tempus-Programm beteiligt: 2007 lagen sie sogar mit Abstand vorn und warben rund 15 Millionen Euro ein. Dazu tragen mehrere Faktoren bei. Zunächst einmal engagieren sich die Hochschulen aus Überzeugung in der interkulturellen Zusammenarbeit mit Hochschulen in den TEMPUS-Zielregionen, etwa in Nordafrika oder der Russischen Föderation. Sie bauen bestehende Kooperationen aus, wobei der Gedanke, die Weiterentwicklung und Modernisierung in der Gesellschaft und an den Hochschulen zu unterstützen, eine große Rolle spielt. Nicht zuletzt vertiefen die deutschen Hochschulen mit TEMPUS ihre internationale Vernetzung, was einen Imagegewinn für sie bedeutet.
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Das Programm gibt es seit 17 Jahren – was hat es in den Zielländern bewirkt?
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Die EU-Kommission hat eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Anfang 2008 vorliegen sollen. Nach eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Strukturen an den Hochschulen sichtbar verändert haben, mit Rückwirkung auf die Gesellschaft in den Partnerländern. Ich nenne einige Beispiele: Die in Russland vor Öffnung des Eisernen Vorhangs parteipolitisch beeinflusste Besetzung von Leitungsposten im Hochschulmanagement wurde in den vergangenen Jahren mit Hilfe von TEMPUS demokratisiert. In Bosnien-Herzegowina sind quasi alle Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt. Beim Besuch von Projekten in Ägypten habe ich erlebt, wie schnell und wirkungsvoll Managementstrukturen und die Herangehensweise an neue Curricula sich ändern können. Die Hochschulen der beteiligten Partner-Länder haben sich international und insbesondere zur EU hin geöffnet. Dazu hat auch der Austausch von Studierenden, Lehrenden und Verwaltungspersonal innerhalb der TEMPUS-Netzwerke einen großen Beitrag geleistet.
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Was ändert sich mit der neuen Programmgeneration TEMPUS IV – von 2007 bis 2013?
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Grundlegend ändert sich nichts. Allerdings können die Zielländer nun auch Antragsteller sein, das heißt, sie sind verantwortlich für das Projekt und verwalten auch die Finanzen. TEMPUS IV legt zudem Wert auf größere Netzwerke. Nun müssen sich drei EU-Partner und mindestens drei Hochschulen in einem Zielland – oder besser noch in mehreren Ländern – zusammentun. Die Mittel werden nach wie vor jährlich bewilligt. Ich gehe davon aus, dass die finanzielle Ausstattung gleich bleibt oder – wenn viele sehr gute Anträge gestellt werden – die EU-Kommission die Mittel in den kommenden Jahren noch erhöhen wird.
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Israel ist neues Zielland Das TEMPUS-Programm der Europäischen Union unterstützt seit 1990 – nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – den Reformprozess der Hochschulen und der Gesellschaft in Richtung Marktwirtschaft und Demokratisierung in Mittel- und Osteuropa. Viele dieser anfangs geförderten Länder sind inzwischen selbst EU-Mitglieder. Die EU verlängerte TEMPUS bereits drei Mal und weitete es auf die Neuen Unabhängigen Staaten (NUS), die Mongolei, die westlichen Balkanländer und ab 2002 die südlichen Mittelmeeranrainer aus. Seit 2007 zählt Israel zu den förderungswürdigen Ländern.
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Autorin: Das Interview führte Katja Spross. |
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Veröffentlichungsdatum: 12.10.2007 |
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© DAAD |
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