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Internationale Master
Exzellenzinitiative für die Lehre
Die Top 10 der internationalen Master-Studiengänge an deutschen Hochschulen sind vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und vom DAAD gekürt worden.
Am liebsten würde sie bei der UNO arbeiten, sagt Christina Pätzold, auf jeden Fall aber für eine internationale Organisation. Dass sie gleich nach dem Studium eine, wenn auch befristete Stelle bei der United Nations Foundation in Washington fand, hat sie nicht zuletzt dem Masterstudiengang „Internationale Beziehungen“ zu verdanken. Christina Pätzold ist eine der ersten Absolventinnen dieses 2003 in Berlin kreierten Master-Programms.

Hier kommen die Mitstudierenden aus Russland oder Peru, der Professor lehrt auch in Harvard, der Gastdozent ist von der Weltbank, das Praktikum führt ins Auswärtige Amt und das Auslandssemester nach Paris, Washington oder Moskau. Dieses Angebot haben die Freie und die Humboldt-Universität in Berlin gemeinsam mit der Universität Potsdam entwickelt. Es ist nur ein Beispiel für international attraktive Masterprogramme deutscher Hochschulen. Die zehn besten haben der DAAD und der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft jetzt in einem Wettbewerb gekürt.

Qualitätslabel für hochwertige Lehre und hohes Maß an Internationalisierung
Qualitätslabel für hochwertige Lehre und hohes Maß an Internationalisierung
© DAAD
Engagement für die Lehre
Die Studiengänge mussten ein besonders innovatives Konzept, hochwertige Lehre und ein großes Maß an Internationalisierung nachweisen, um die 20.000 Euro Preisgeld und das Qualitätslabel „Top 10 International Master’s Degree Courses Made in Germany“ zu erringen. Bei der Preisverleihung am 1. Dezember in Berlin verglich DAAD-Generalsekretär Christian Bode den Wettbewerb der Master-Studiengänge mit der aktuellen Exzellenzinitiative. Er betonte die Notwendigkeit einer Initiative, die nicht nur die Forschung, sondern auch das hervorragende Engagement in der Lehre auszeichnet. Angesichts der hohen Qualität vieler dieser Lehrprogramme kündigte Volker Meyer-Guckel, Stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbands, eine weitere Runde des Wettbewerbs an.

Großes Fächerspektrum
Eine international besetzte Jury aus Hochschule und Wirtschaft wählte unter 121 Bewerbungen aus 77 Hochschulen die Top 10 aus. Sie sind außer in Berlin und Potsdam in Bonn, Dortmund, Freiburg, Göttingen, Jena, Mannheim, Pforzheim und Weimar angesiedelt. Die Studiengänge, von denen sechs bereits im DAAD gefördert wurden, überraschen mit einem großen Fächerspektrum von der Agrarforschung bis zu Deutsch als Fremdsprache.

Mitstudierende kommen aus Südafrika und Indien
Mitstudierende kommen aus Südafrika und Indien
© DAAD
Gezielt auf den Beruf vorbereiten will der einzige ausgezeichnete Ingenieur-Studiengang. Von den mehr als 400 internationalen Studiengängen an deutschen Hochschulen sind etwa die Hälfte ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet. Sie sind in der Regel englischsprachig. Das Master-Programm „Informationstechnik“ an der Hochschule Mannheim punktet mit einer Spezialität: Die Teilnehmer werden in deutscher Sprache unterrichtet. Das Ergebnis: 75 Prozent der ausländischen Absolventen arbeiten in deutschen Industrieunternehmen.

Speziell für Studierende aus Entwicklungsländern ist der älteste der prämierten Programme, „Spatial Planning for Regions in Growing Economies“(SPRING), an der Uni Dortmund konzipiert. Durch intensive Betreuung hat sich in 20 Jahren ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das sich für die Alumni auszahlt: Die SPRING-Community agiert auf gemeinsamen Konferenzen, in Consulting-Projekten und beim Lobbying in Asien, Afrika und Lateinamerika.

E-Learning für Berufstätige
Betreuung der Studierenden per Internet praktiziert der viel jüngere Studiengang „East European Studies online“, dessen E-Learning-Konzept auch Berufstätigen die Teilnahme ermöglicht. Er ist in Deutschland einmalig – ebenso wie der einzige internationale Masterstudiengang im künstlerischen Bereich: Der Studiengang „Public Art and New Artistic Strategies“ an der Bauhaus-Universität Weimar lockt bisher vorwiegend junge Künstler aus dem Ausland – von Australien bis Brasilien – in die ostdeutsche Stadt. Mit dem Preisgeld will Kunstprofessorin Liz Bachhuber für ihr projektorientiertes Studienangebot nun bei den Deutschen kräftig Reklame machen.

Überreicht wurde der Preis auf einer Tagung des Tönissteiner Kreises zum Thema „Internationalisierung der Arbeitswelt: Wie müssen Hochschulen und Studierende agieren?“

Weitere Informationen
Autorin: Leonie Loreck
Veröffentlichungsdatum: 04.12.2006
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